Eine neue Zeit

Eine neue Zeit

Gemeinsam anpacken und die Zukunft gestalten –
Ansätze für die Erneuerung der
SPD Charlottenburg-Wilmersdorf

Wir sind in die SPD eingetreten, um die Welt zu verändern. Unsere Partei war schließlich immer der Zukunft zugewandt und wollte die Welt für alle besser machen. Jetzt, da Wirtschaft und Gesellschaft einem grundlegenden Wandel unterliegen, der in atemberaubendem Tempo alle Lebensbereiche verändert, sind wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten besonders gefordert. Jetzt braucht es eine Partei, die zupackt und die Zukunft für alle sozial gerecht gestaltet. Es braucht uns, die Sozialdemokratie, so sehr wie seit der Industriellen Revolution nicht mehr. Lasst uns die Ärmel hochkrempeln, Genossinnen und Genossen! Für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Für Solidarität und Gemeinsinn. Gegen Ausgrenzung, Rassismus und Intoleranz. Und für gleichberechtigte Teilhabe aller am sozialen Leben und am gesellschaftlichen Wohlstand.

 

Der Blick zurück

Mit dem Wahlergebnis vom 24. September 2017 hat die SPD einen neuen Tiefstand im Zuspruch der Wählerinnen und Wähler erreicht. Aber auch die andere Volkspartei CDU hat noch mehr an Zustimmung verloren. Insgesamt haben die Regierungsparteien 15 Prozentpunkte verloren. Die AfD zog mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag ein. Das ist nicht nur für die SPD dramatisch, sondern für unsere Demokratie eine gefährliche Situation.

Dies ist unter anderem auf immer größer werdende Zukunftsängste in Teilen der Bevölkerung zurück zu führen. Im Bundestagswahlkampf haben potentielle SPD-Wählerinnen und -Wähler der Partei nicht zugetraut, ihre Angst vor Kontrollverlust – wirtschaftlich und kulturell – in einer national wie international immer dynamischer werdenden Entwicklung ernst zu nehmen und durch geeignete Maßnahmen die befürchteten Folgen zu bekämpfen.

Auch eine genaue Betrachtung der Situation unserer Partei in Charlottenburg-Wilmersdorf ist ernüchternd. Obwohl wir bei der Abgeordnetenhauswahl fünf von sieben Wahlkreisen gewonnen haben, in der BVV wieder stärkste Fraktion sind und mit Tim Renner ein sehr gutes Erststimmenergebnis bei der Bundestagswahl erzielt haben, müssen wir doch feststellen, dass die Zweitstimmenergebnisse sowohl 2016 als auch 2017 deutlich unter den Erwartungen lagen und wir bei der BVV vom (noch) schlechteren Abschneiden von CDU und Grünen profitiert haben. Zudem haben sich insbesondere im Bundestagswahlkampf – trotz erheblicher Mitgliederzuwächse – Mobilisierungsprobleme in Teilen des Kreises gezeigt, die die flächendeckende Aktionsfähigkeit der SPD in Frage stellen.

 

Der Blick nach vorne

Die SPD ist in ihren 155 Jahren durch schwere Zeiten gegangen und hat sich immer wieder auf die aktuellen gesellschaftlichen Erfordernisse eingestellt, ohne ihre Grundwerte aufzugeben, ihre Ziele oder ihren Mut – Mut und Kraft zu Veränderungen, um eine solidarische und demokratische Gesellschaft zu gestalten. Für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Für Solidarität und Gemeinsinn. Gegen Ausgrenzung, Rassismus und Intoleranz. Und für gleichberechtigte Teilhabe aller am sozialen Leben und am gesellschaftlichen Wohlstand.

Ob als Teil von Regierungen oder als Partei in der Opposition, die SPD blickt jetzt nach vorne und (er)findet sich neu. Wir wollen in wenigen Jahren wieder deutliche Mehrheiten in den Parlamenten erreichen. Dazu gehört eine profilierte Arbeit der SPD im Bund und eine erfolgreiche Arbeit der SPD in Berlin. R2G, die Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei in Berlin, soll das beispielhafte Erfolgsmodell für die ganze Bundesrepublik sein.

 

Inhaltlich neue Wege gehen

Wir stehen vor großen Herausforderungen, für die die SPD insgesamt ihren Ansatz und ihr Vorgehen bei der Findung von Lösungen klären muss. Insbesondere die weltweiten Megatrends Globalisierung und Digitalisierung führen zu gesellschaftlichen Herausforderungen und einem tiefgreifenden, strukturellen Wandel. Sie stellen auch die SPD vor enorme Aufgaben, dürfen aber nicht zu Resignation führen. Die SPD ist Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem großen gesellschaftlichen Umbruch entstanden und ist seit jeher Fortschrittspartei. Digitalisierung und Globalisierung bieten ohne Zweifel auch Chancen. Sie müssen von uns aber mutig gestaltet und die Risiken für die Menschen abgemildert werden. Dazu wollen wir eine Zukunftsvision entwickeln, um Fehlentwicklungen, zum Beispiel in folgenden Bereichen, zu verhindern oder ihnen entgegenzuwirken.

Verdrängung entgegen wirken, preisgünstiges Wohnen erhalten und fördern

Das Thema Verdrängung ist in Berlin besonders mit dem Bereich Mieten und Wohnen verbunden. Hier müssen wir über unsere allgemeinen politischen Zielsetzungen, preiswerten Wohnraum zu erhalten und durch Neubau zu vermehren, praktische Ansatzpunkte realisieren. Wie können wir im Bezirk einen Beitrag leisten? Ansatzpunkte für eine Diskussion und Entwicklung sind beispielsweise ein bezirkliches Neubaubündnis, zügige Ausweisung von Milieuschutzgebieten, restriktive Handhabung von Abrissgenehmigungen und eine konsequente Umsetzung des Modells der kooperativen Baulandentwicklung.

Chancen der Zuwanderung nutzen und Verantwortung übernehmen

Für uns steht außer Frage, dass das Recht auf Asyl nicht angetastet werden darf. Wir müssen uns in der globalisierten Welt unserer Verantwortung als reiche Industrienation bewusst sein. Dies bringt große Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten mit sich. Zuwanderung hat es insbesondere in Berlin seit Jahrhunderten immer gegeben, und ohne sie hätten sich Berlin und Deutschland wirtschaftlich und kulturell nicht in dieser Stärke entwickeln können. Das müssen wir stärker ins Bewusstsein rufen und die Chancen der Zuwanderung betonen.

Gute Arbeit auch im digitalen Zeitalter

Trotz Hochkonjunktur sind die Zukunftssorgen bei den abhängig Beschäftigten und kleinen und mittleren Selbstständigen besonders groß. Die Schere geht immer weiter auseinander. Um diese sozioökonomische Spaltung zu reduzieren, muss sich die SPD gerade im Angesicht einer zunehmend digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt als diejenige politische Kraft etablieren, die technologischen Fortschritt mit einer gerechten Umverteilung und Chancengleichheit verknüpft. Technologien bieten seit der Industriellen Revolution immer Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderungen, führen aber nicht zwingend zu negativen Umbrüchen in der Art und Weise wie wir leben und wirtschaften. Das ist immer eine politische Gestaltungsfrage. Im Kern muss es darum gehen, dass auch unter veränderten Bedingungen der digitalisierten Produktion und Dienstleistung eine Steigerung der Masseneinkünfte über nachhaltiges und inklusives Wachstum gewährleistet wird. Das solidarische Grundeinkommen könnte eine Formel dafür sein, auch als Antwort auf die durch Hartz IV entstandene Gerechtigkeitslücke. Daran müssen wir konzeptionell weiter arbeiten.

 

Die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf –
das Projekt “CW 2030”

Jede und jeder nimmt die Stadt anders wahr. Ist Charlottenburg-Wilmersdorf offen oder eher kleinkariert? Sind die Straßen und Parks gut in Schuss, öffentliche Räume angenehm, die Luft sauber, die Mieten bezahlbar oder das Theaterprogramm attraktiv? Junge Fahrradfahrerinnen nehmen die Straße anders wahr als ältere Autofahrer. Mütter und Väter mit Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl haben einen anderen Blick auf ihre täglichen Wege, als junge, kinderlose Singles. Sie alle vereint ihr Lebensmittelpunkt: Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Anspruch der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf ist es, dieses Miteinander sozial gerecht, solidarisch und zukunftsgewandt zu gestalten. Dafür brauchen wir engagierte Mitglieder und den Zuspruch der Bevölkerung für unsere Positionen, die heute mehr denn je auf dem Prüfstand stehen.

Wir wollen neue Wege dabei gehen, unsere Inhalte und unsere Ideen zu erarbeiten und zu kommunizieren. Wir wollen nicht nur tagespolitisch reagieren, sondern auch langfristig und aktiv unsere Ziele und Ideen umsetzen. Wir müssen die großen Probleme unserer Zeit diskutieren und dabei die konkreten und lokalen Fragen des Bezirks im Blick behalten. Wir brauchen einen Kompass und eine Vision für die Zukunft des Zusammenlebens, des Arbeitens, des Wohnens, der Bildung, des Ehrenamts, usw. Dafür soll unser Projekt „CW 2030“ eine inhaltliche und organisatorische Klammer sein.

Das Projekt „CW 2030“ soll ein Anstoß sein, andere Arbeitsformen und ein anderes inhaltliches Miteinander in der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf auszuprobieren und zu etablieren. Die kontroverse und faire Diskussion, die wir gemeinsam über das Für und Wider einer Neuauflage der Koalition mit der CDU/CSU auf Bundesebene geführt haben, hat uns gezeigt, dass es gut ist, miteinander um inhaltliche Positionen zu ringen. Alle Mitglieder des Kreises sind aufgerufen, dieses Projekt zu gestalten. Sowohl der Kreisvorstand als auch die Abteilungen sind eingeladen, ihren Beitrag zu leisten, um mit „CW 2030“ die Vision für unseren Bezirk und das neue Miteinander der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf für die nächsten Jahre zu entwickeln. So werden wir es in den wichtigen Themen wie beispielsweise Verdrängung oder Willkommenskultur schaffen, von einer lokalen Theorie zur Praxis zu gelangen. Handlungsleitend ist, dass jede und jeder sich einbringen kann und dass die ehrenamtliche Arbeit und die Energie, die investiert wird, mit Wertschätzung aufgenommen wird.

 

Organisatorisch neue Wege gehen

Die SPD muss als aktive Partei im Bezirk wieder stärker erkennbar werden. Wir verweisen zu häufig auf Fraktionen und Verwaltungen unter SPD-Führung und definieren unsere Arbeit und unsere Erfolge über diese. Deshalb ist es auch wichtig, den Erneuerungsprozess mit konkreten Konzepten für unseren Bezirk, für Berlin, für den Bund und für Europa zu verknüpfen. Mit dem Projekt „CW 2030“ haben wir dazu die Chance. Für den Kreis und die Abteilungen heißt das insbesondere: Wie wollen wir das Zusammenleben in unserem Bezirk gestalten, und wie wollen wir die Diskussion und die Erneuerung auf den Weg bringen?

Um in der Breite wieder politik-, aktions- und mobilisierungsfähig zu werden, müssen wir unsere Strukturen und Arbeitsweisen überprüfen. Die Arbeit der Abteilungen, des Kreises und der Arbeitsgemeinschaften sowie der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in Bezirk und Land ist inhaltlich zu wenig verzahnt, um ein gemeinsames Profil deutlich werden zu lassen.

Um all dies in Zukunft besser gestalten zu können, brauchen wir eine organisatorische Erneuerung. Wir brauchen alle Kräfte, um die Sozialdemokratie in Charlottenburg-Wilmersdorf wieder nach vorne zu bringen. Das bedeutet, sowohl der geleisteten Arbeit Respekt und Wertschätzung entgegen zu bringen, als auch offen zu sein für neue Ideen und andere Politikansätze. Diejenigen, die einen großen Zukunftsentwurf schreiben und diejenigen, die die Lösung konkreter Alltagssorgen unserer Nachbarinnen und Nachbarn stärker in den Blick nehmen möchten, dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die SPD hat sich seit jeher dadurch ausgezeichnet, dass sie große Analysen und konkrete Verbesserungen für die Menschen parallel denken kann. Nur wenn wir beides gemeinsam denken und umsetzen und dies auf die bezirkliche Ebene übertragen, werden wir weiterhin die stärkste linke Kraft in Deutschland bleiben.

Wir nehmen uns vor, die Arbeit des Kreises zu modernisieren. Dafür gibt es folgende Ideen, die wir gemeinsam in Projekten oder in unserer täglichen Arbeit ausprobieren und umsetzen möchten:

Die SPD muss durch ihre Mitglieder wieder Ansprechpartner sein – und Ansprechende

Das werden wir nur schaffen, wenn wir uns wieder mehr dafür interessieren, wer von uns wo unterwegs und vernetzt ist. Wir bewegen uns in Vereinen, in Schulen und Kindergärten oder am Arbeitsplatz als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Nicht immer mit der Fahne voran, aber mit dem klaren Blick für die Dinge, die Verbesserung brauchen. Hier bieten wir Lösungen im Kleinen an und fragen, was wir im Großen verändern müssen. Damit in der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf Kompetenzen herausgestellt und gebündelt werden können, werden wir konkrete Vernetzungs- und Unterstützungsangebote entwickeln.

Neue Veranstaltungsformate wagen

Wir wollen auch verstärkt Menschen zu Wort kommen lassen, die nicht SPD-Mitglieder sind. Dem Austausch und der Diskussion mit anderen gesellschaftlichen Akteuren werden wir mehr Bedeutung in unserer politischen Arbeit zumessen. Wir wollen Impulsgeber mit ihren Ideen und Vorstellungen hören und in unsere Suche nach Lösungen einbeziehen. Wir wollen mit ihnen und nicht über sie diskutieren. Hierfür wollen wir verstärkt unsere Gremien (vor allem den Kreisvorstand), aber auch neue Möglichkeiten nutzen.

Neben den beiden existierenden Festen werden wir weitere öffentliche Veranstaltungen des Kreises durchführen. Die Entscheidung über die Themen werden miteinander im Kreisvorstand getroffen und auf die inhaltlichen Themenstellungen der Kreisarbeit abgestimmt werden. Die Organisation wird einzelnen Mitgliedern des Kreisvorstands übertragen. Hier können insbesondere die Beisitzerinnen und Beisitzer – mit der Unterstützung durch den geschäftsführenden Kreisvorstand – eine stärkere Rolle als in der Vergangenheit übernehmen.

Raus zu den Menschen

Wir wollen raus zu den Menschen – so oft wie möglich. Wir werden deshalb auch für die Gremien des Kreises neue Veranstaltungsorte suchen und die Vernetzung und die lokale Präsenz der Abgeordneten und des Kreises verbessern.

Nicht nur in Wahlkampfzeiten im Kiez präsent

Wir wollen nicht nur vor Wahlen mit den Menschen auf der Straße sprechen. Viele Abteilungen machen dies heute schon vor. Eine regelmäßige Präsenz – organisiert durch die Abteilungen, koordiniert und unterstützt vom Kreis – macht uns zum verlässlichen Ansprechpartner für unsere Nachbarinnen und Nachbarn vor Ort. Wir wollen hierzu regelmäßig kreisweite Aktionstage wie beispielsweise zum Internationalen Frauentag am 8. März durchführen, um unsere Antworten auf die Probleme der Menschen direkt zu vermitteln. Hierzu werden wir auch weiterhin das Stadtblatt nutzen, aber auch die digitalen Medien verstärkt für die Kommunikation einsetzen.

Auch in Wahlkämpfen neue Wege beschreiten

Wir wollen auch im Wahlkampf Neues ausprobieren. Der Eiswagen im letzten Wahlkampf, aber auch Ideen wie Lesungen und Vernissagen, waren gute Ideen, um ins Gespräch zu kommen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Insbesondere aber auch die Nutzung digitaler Kanäle und Plattformen hat sich bewährt und wird zukünftig immer stärker genutzt werden.

Abteilungen und Arbeitsgemeinschaften stärken

Wir wollen die Abteilungen ins Zentrum unserer Arbeit stellen. Die Abteilungen sind der erste Anlaufpunkt für Neumitglieder und alle Basismitglieder. Hier finden politische Grundsatzdiskussionen statt, die wir auch auf Kreisebene führen wollen. Die Abteilungen sollen die Möglichkeit bekommen, sich untereinander stärker zu vernetzen und im Kreisvorstand die Möglichkeit haben, sich produktiv auszutauschen. Der Kreisvorstand muss seine zentrale Arbeitsaufgabe darin sehen, die Abteilungen und Arbeitsgemeinschaften in ihrer politischen Arbeit aktiv zu unterstützen.

Die Arbeitsgemeinschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur inhaltlichen Arbeit des Kreises. Diese wollen wir in ihrer Arbeit, die insbesondere auch eine Verankerung in den Zielgruppen erreichen soll, befähigen und stärker als bisher auch in die Arbeit des gesamten Kreises einbeziehen sowie die Vernetzung mit der Arbeit des Kreises und der Abteilungen fördern.

Ergebnisorientierte Veranstaltungsformate

Alle Veranstaltungen sollten am Ende Ergebnisse aufzeigen, die dann auch weiter verfolgt werden; ob dies Anträge sind, Ideen, die bearbeitet werden müssen oder Aktionen, die folgen. Und es muss auch festgehalten werden, was mit den Verabredungen passiert ist. Was wir nicht wollen, sind Termine, in denen wir nur viele Stunden zusammen sitzen, ohne dass wir zu einem Ergebnis kommen. Sich nur zu unterhalten oder kontrovers zu streiten, reicht nicht. Ziel einer jeden Sitzung sollten Projekte, Ideen, Anträge oder Aktionen sein, die wir verbindlich miteinander festlegen.

Politische Willensbildung neu organisieren

Wir werden die Willensbildung in unserer Partei transparent und offen organisieren. Wir werden im Kreisvorstand frühzeitig und mit klarer zeitlicher Perspektive Themen setzen, die in allen Bereichen des Kreises diskutiert werden können, bevor wir sie einer Beschlussfassung zuführen. Dazu werden wir offensiv Beiträge der Gliederungen einfordern und Beteiligungsformate nutzen, um unsere Überlegungen mit allen unseren Mitgliedern und externen Expertinnen und Experten abzustimmen. Beispielhaft dafür soll das Projekt „CW 2030“ sein.

Sitzungskultur verbessern und modernisieren

Wir brauchen im Kreisvorstand weniger, aber dafür besser vorbereitete Sitzungen, die der Organisation und der inhaltlichen Koordinierung der unterschiedlichen Akteure und Ebenen dienen. Dazu gehören auch verbindliche Anfangs- und Endzeiten, die Planungssicherheit für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt herstellen. Um Sitzungen zu straffen, werden wir Unterlagen und Papiere rechtzeitig zur Verfügung stellen und Tischvorlagen nur in Ausnahmefällen vorlegen. Für die Arbeit des Kreisvorstandes werden wir die modernen Kommunikationsmittel nutzen und so stets eine kurzfristige Information der Mitglieder sicherstellen. So steigern wir die Effizienz unserer Arbeit, was insbesondere für diejenigen Mitglieder wichtig ist, die nicht hauptberuflich Politik betreiben.

Im Kreisvorstand werden wir uns auf die Koordination und Organisation der politischen Arbeit konzentrieren. Insbesondere die Organisation der thematischen Schwerpunkte, die Abstimmung der unterschiedlichen politischen Ebenen sowie die politische Koordination der Arbeit von BVV-Fraktion und Kreis-SPD sollen die Diskussionen des Kreisvorstands prägen. Das gemeinsame Voneinander-Lernen und der Austausch guter Ideen soll im Mittelpunkt stehen.

Beisitzerinnen und Beisitzer im Kreisvorstand stärken

Der geschäftsführende Kreisvorstand wird durch Beisitzerinnen und Beisitzer unterstützt – und umgekehrt. Wir wollen keine Beisitzerinnen und Beisitzer, die symbolisch Themen besetzen, sondern solche, die in der Arbeit des Kreises zu ihren Themen Projekte vorantreiben. Dazu sollen sie Thesen und Arbeitsschritte für ihre Themenfelder vorlegen. Zum Ende der Wahlperiode werden auch die Beisitzerinnen und Beisitzer die Erfolge ihrer Tätigkeit im Rechenschaftsbericht des Kreisvorstands darlegen.

Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischem Ehrenamt stärken

Ein vielfältigeres und aktiveres Parteileben verlangt nach besserer Vereinbarkeit von familiärem, beruflichem und ehrenamtlichem Engagement. Wir wollen weg von einer Parteikultur, in der Entscheidungen häufig nicht in den Sitzungen, sondern beim Bier danach fallen. Damit binden wir auch diejenigen stärker ein, die sich in der „Rush Hour” des Lebens befinden. Wir wollen eine familienfreundliche Gestaltung von Sitzungen und Veranstaltungen. Eine Funktionärin oder ein Funktionär im Kreis (z. B. im geschäftsführenden Kreisvorstand) muss nicht bei jeder Veranstaltung von Anfang bis Ende dabei sein. Wir werden deshalb auch in den Veranstaltungen des Kreises verlässliche Anfangs- und Endzeiten festlegen und auf Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Kinderbetreuung anbieten. Diese beiden Maßnahmen, die in anderen Kreisen schon seit längerem praktiziert werden, sind wesentliche Voraussetzungen für die Teilhabe am Parteileben.

Gleichberechtigte Beteiligung von Männern und Frauen voranbringen

Seit Dezember 2017 hat der Bundesparteitag den Weg für eine paritätisch besetzte Doppelspitze der Abteilungen frei gemacht. Dies kann aber nicht das Ende der Diskussion über neue Formen der Verantwortungsteilung und der Gleichstellung innerhalb der SPD sein. Wir werden uns für die Möglichkeit einer Doppelspitze auf allen Ebenen der Partei einsetzen. Die Anwendung des Reißverschlussverfahrens bei der Aufstellung von Wahllisten ist für uns selbstverständlich. Wir müssen aber auch in der öffentlichen Kommunikation darauf achten, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sichtbar sind.

Einführung und Einbindung von Neumitgliedern

Wir werden die neuen Neumitgliederformate auf Kreisebene unter Einbindung der Abteilungen weiterentwickeln und kontinuierlich durchführen. Wir wollen die Hürde für ein Engagement so gering wie möglich halten. Dazu gehört nicht nur ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Kreis und Abteilungen, sondern auch eine ermutigende und regelmäßige Ansprache. Wir wollen engagierte Mitglieder fördern und einbeziehen, auch und gerade, wenn sie außergewöhnliche Ideen haben. Wir verstehen die Aufgabe des Kreisvorstandes in der Unterstützung und Koordination dieses Prozesses. Auch der geschäftsführende Kreisvorstand wird dabei ein unterstützendes Organ sein.

Delegierte stärken

Die Partei lebt von Vielfalt, und Delegierte des Landesparteitages sind mündige Menschen. Wir werden weiterhin und rechtzeitig vor Parteitagen Vorbereitungstreffen durchführen, um eine Diskussion der Delegierten untereinander zu ermöglichen.

Räumliche Neuordnung zügig umsetzen

Wir sehen den Kreis in der Verantwortung, im Laufe der Wahlperiode 2018 – 2020 zu einer räumlichen Neuordnung zu kommen. Wir werden entsprechende Initiativen in und mit den Abteilungen anregen und bestehende Bestrebungen unterstützen. Ziel ist es, flächendeckend schlagkräftige Einheiten zu haben, die sowohl die inhaltliche Arbeit organisieren als auch Veranstaltungen, Aktionen und Wahlkämpfe vor Ort durchführen können. Grundlage hierfür bietet der Beschluss des Kreisvorstands über die Einrichtung einer entsprechenden Arbeitsgruppe.

Wahrnehmbarkeit einführen

Der Kreis muss seine Außendarstellung und seine Medienarbeit verbessern – in den Kiezen, im Bezirk und im Land. Der Kreis wird die Linie von Senat, Abgeordnetenhausfraktion, Bezirksamt und BVV-Fraktion unterstützen, aber auch eigene Akzente setzen und politische Forderungen stellen. Gerade in den Punkten, in denen Abgeordnete und BVV-Fraktion durch Koalitionen und Zählgemeinschaften gebunden sind, hat der Kreis die Möglichkeit, Position zu beziehen. Neben einer aktiveren Pressearbeit werden wir auch die digitalen Medien stärker für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Die Neugestaltung der Website des Kreises soll fortgeführt werden, sodass spätestens Ende 2018 ein neuer und moderner Internetauftritt steht.

 

Was vor uns liegt

Unsere SPD muss wieder die Partei sein, die den Menschen Zuversicht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt und im praktischen Tun beweist, dass sie es kann. Wir müssen diejenigen sein, die die Rahmenbedingungen gestalten und negative Folgen verhindern. Wir müssen in der Politik vor Ort beweisen, dass wir auf Probleme unserer Nachbarinnen und Nachbarn Antworten finden.

Die gesellschaftlichen Herausforderungen stellen uns vor enorme Aufgaben, dürfen aber nicht zu Resignation führen. Denn wir sind und bleiben die einzige soziale Fortschrittspartei. Wer, wenn nicht wir, wann, wenn nicht jetzt, wollen wir diesen Wandel im Sinne der Menschen, aller Menschen, gestalten?!

Zukunft zu gestalten heißt, für neue Wege offen zu sein und alle auf diesem Weg mitzunehmen. Dazu brauchen wir Offenheit, Fairness und auch Mut. Wir wollen die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf mit diesen Tugenden zu einem Vorbild für die Erneuerung der SPD insgesamt machen.

 

Gemeinsam wagen wir den Aufbruch!

Berlin im März 2018
— die Initiatoren

Team

Wer wir sind – Die Initiatoren

Christian

Christian

kandidiert als Kreisvorsitzender

Christian Gaebler ist Staatssekretär Sport und langjähriger Kreisvorsitzender der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ann-Kathrin

Ann-Kathrin

kandidiert als stellvertretende Kreisvorsitzende

Ann-Kathrin Biewener ist Mitglied der SPD-Fraktion der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf.

Johannes

Johannes

kandidiert als stellvertretender Kreisvorsitzender

Johannes Reichersdorfer ist Mitglied im Kreisvorstand der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf.

Franziska

Franziska

kandidiert als stellvertretende Kreisvorsitzende

Franziska Becker ist Mitglied des Abgeordnetenhauses und hat ihren Wahklreis schon zwei Mal direkt gewonnen.

Christian

Christian

kandidiert als Kreiskassierer

Christian Hochgrebe ist Vorsitzender der SPD Halensee und seit vielen Jahren in der Berliner SPD aktiv.

Felicitas

Felicitas

kandidiert als Kreis-Schriftführerin

Felicitas Tesch arbeitet an der TU Berlin und ist schon lange in der SPD aktiv.

Fabian

Fabian

kandidiert als Beisitzer für den Kreisvorstand

Fabian Schmitz-Grethlein war Vorsitzender der Berliner Jusos und ist seit vielen Jahren in der Berliner SPD aktiv.

Unterstützer

Dein Impuls für cw2020

Unser Papier ist ein Impulspapier. Gib auch Du uns Deinen Impuls für cw2020: Was ist Dir wichtig, welche Idee oder welche Anregung hast Du?

  • Kai Bodensiek Ich wünsche mir eine zukunftsorientierte SPD, die im Leben der Bürger und in Ihrer Diskussionkultur wieder präsent ist. Unsere Arbeit muss gerade auf Kreisebene offen sein und Bürger zum mitmachen einladen!
  • Martin Burth a) Wahlprogramme insbesondere auf Kreisebene max 4 Seiten lang und immer in "leichter Sprache". Kurz klar und ohne Geschwafel. b) Nachweis, dass Anträge+Beschlüsse der KDV auf Kreisebene auch vollzogen werden. c) Trennung von Amt und Mandat auf Kreisebene bzw. gKV d) Amtszeitbegrenzung im gKV auf 6 Jahre (oder weniger!) d) mehr Inhalte und weniger teure bunte Prospekte ohne Aussage für SPD-Stände und -Veranstaltungen im Kreis
  • Claudia Buß Ich würde mir wünschen, dass die Ortsvereine verstärkt mit den Arbeitsgemeinschaften zusammenarbeiten.
  • David Conlin Immer die Undenkbare denken. Alles ist veränderbar. Mehr Frauen und mehr junge Leute verantwortungsvolle Aufgaben geben und zur Kandidatur auf Abteilungs- und Kreisebene ermutigen. Mehr Delegierten zulassen auf alle Parteiebenen um die Basis mehr Chance zu Wort zu kommen. Die Berliner Parteifilz endlich ausrotten. Innerparteiliche Ämter auf Zeit begrenzen - nur so kann Impulse von Unten durchdringen. Trennung von Amt und Mandat schärfen. Mitgleiderbefragungen auf Kreisebene einführen - wenigstens konsultative. Die Möglichkeiten von moderne und zeitnahe Kommumikationsmethoden voll ausschöpfen. Es gibt auch viel mehr zu tun ...
  • Kirstin Decker Ich würde mir wünschen, dass jedes Neumitglied eine(n) Mentor(in) aus der jeweiligen Abteilung an die Seite gestellt bekommt, welche Fragen beantworten kann, welche man/frau vielleicht nicht in großer Runde bei den Abteilungssitzungen/"alten Hasen" stellen möchte.
  • Max Droll Ich wünsche mir eine SPD in der die tatsächlichen Entscheidungen der eigenen Amts- und Mandatsträger*innen in Bezirk, Land, Bund und Europa aufrichtig reflektiert und konstruktiv kritisiert werden.
  • Glen Hilyard Glen Hilyard
  • Glen Hilyard Glen Hilyard
  • Michael Groys Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen, einfache Basismitglieder, Verantwortung in den Ortsvereinen übernehmen.
  • Hannes Habekost Wenn es sein muss: Klare Ansagen an die Scholz-Nahles SPD nicht scheuen bitte. Danke!
  • Christian Hörbelt Ich wünsche mir mehr Bürgernähe. Wir brauchen Formate, damit wir die BürgerInnen in unser politisches Engagement stärker einbinden können.
  • Elisabeth Klotz-Zengin Ich bin Senioren-Beisitzerin und würde gerne mit anderen Senioren-Beisitzer*innen ein Angebot für Fragen und Wünsche der Älteren im Bezirk ins Leben rufen.
  • Angelika Michel-Drees 1. Senioren und Seniorinnen im Bezirk sollten nicht nur mitwirken, sondern auch mitbestimmen und miteinscheiden können. Ihre Probleme müssen mehr Gehör fingen. 2. Milieuschutz für C-W insbesondere für Wilmersdorf sollte ausgedehnt werden.
  • Raymond Gardner Raymond Gardner
  • Tim Renner Ich wünsche mir, dass wir in CW schon bald mit dem Bundes- und Landeswahlkampf beginnen und dabei nah an den Menschen und nicht abgehoben sind...
  • Joachim Schimmer Schluss mit langen Texten und Programmen uns noch laengeren Debatten dazu. Keep it short and simple!
  • Randy Sinclair Hi, My name is Randy and I was looking at a few different sites online and came across your site cw2020.de. I must say - your website is very impressive. I found your website on the first page of the Search Engine. Have you noticed that 70 percent of visitors who leave your website will never return? In most cases, this means that 95 percent to 98 percent of your marketing efforts are going to waste, not to mention that you are losing more money in customer acquisition costs than you need to. As a business person, the time and money you put into your marketing efforts is extremely valuable. So why let it go to waste? Our users have seen staggering improvements in conversions with insane growths of 150 percent going upwards of 785 percent. Are you ready to unlock the highest conversion revenue from each of your website visitors? TalkWithLead is a widget which captures a website visitor’s Name, Email address and Phone Number and then calls you immediately, so that you can talk to the Lead exactly when they are live on your website — while they're hot! Try the TalkWithLead Live Demo now to see exactly how it works. Visit: https://www.talkwithlead.com/Contents/LiveDemo.aspx When targeting leads, speed is essential - there is a 100x decrease in Leads when a Lead is contacted within 30 minutes vs being contacted within 5 minutes. If you would like to talk to me about this service, please give me a call. We do offer a 14 days free trial. Thanks and Best Regards, Randy
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